Warum Gebärdensprache lernen?
Als Medizinstudierende habt ihr die Gelegenheit die Deutsche Gebärdensprache, in einem durch die Fachschaft und den Förderverein organisierten Kurs, zu erlernen. Ihr lernt, euch gekonnt mit Händen und Füßen zu unterhalten. Insbesondere als MedizinerIn steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ihr in Kontakt mit gehörlosen Menschen kommt. Da kann es sehr hilfreich sein, sich direkt selbst mit den PatientInnen verständigen zu können – zumindest mal in den grundlegend wichtigen Dingen. Dies spart euch wertvolle Zeit auf einen Dolmetscher zu warten und schafft zudem gleich ein besseres Arzt-Patienten-Verhältnis. Da ihr euch außerdem in jedem Semester für die Kurse Einschreiben könnt ist es eine tolle Möglichkeit semesterübergreifend neue Kontakte zu knüpfen.
Wie ist der Kurs aufgebaut?
Aufgebaut ist der Kurs ähnlich wie jeder andere Sprachunterricht auch: zunächst einmal lernt ihr das Fingeralphabet – die Grundlage der Gebärdensprache. Auch ein paar wenige Grundlagen zur „Grammatik“ und Satzbau sind am Anfang wichtig. Zum Gebärden braucht man übrigens nicht nur seine Hände. Mimik und auch das Aussprechen mancher Wörter sind ungemein wichtig. Danach werden die Gebärden („Vokabeln“) in ganz verschiedenen Themenblöcken (bspw. Zeit, Familie, Berufsleben, Hobbys, Patientengespräch u.v.m.) vermittelt.
Ein Kurs besteht aktuell aus bis zu 12 Teilnehmenden.
Anfängerkurs: DGS I
Unser Dozent ist selber Gehörlos. Die erste und wichtigste Regel im Kurs: Während der Kurszeit wird nicht gesprochen – damit haben alle die gleichen Bedingungen währen der Kurszeit. Der Dozent stellt sich am Anfang kurz selber vor. Er ist eine unglaublich offene und aufgeschlossene Person, die ihr schnell ins Herz schließen werdet. Danach übt ihr das Fingeralphabet bis eure Finger verkrampfen und ihr lernt, wie ihr euch vorstellt. Irgendwann bekommt ihr übrigens auch einen Gebärdennamen.
Fortgeschrittene Kurse: DGS II, III, IV
In nahezu jedem fortgeschrittenem Kurs gibt es zu Beginn eine Phase, in der ihr euch zu zweit oder dritt unterhaltet – über alles, was euch so einfällt. Hier könnt ihr Wörter sammeln, deren Gebärde ihr noch nicht kennt – bis dahin müsst ihr eben eure Finger-Buchstabierfähigkeit perfektionieren. Der Dozent zeigt dem gesamten Kurs die neuen Gebärden dann im Nachhinein, bevor es mit einer Wiederholung des letzten Kursthemas oder einem neuen Themenblock weitergeht.
In welcher Reihenfolge ihr die Fortgeschrittenen-Kurse macht, ist egal. Wichtig ist nur, dass ihr vorher bereits an einem Anfängerkurs (DGS I) teilgenommen habt.
Wann findet der Kurs statt?
In der Regel finden die Kurse donnerstags statt – ein Kurs von 17 bis 18:30 Uhr, einer von 18:45 bis 20:15 Uhr. Je Kurs sind es immer 10 Termine im Semester.
Wie melde ich mich an?
In der Regel gibt es jedes Semester zwei Kurse.
Welche Kurse es gibt findet ihr über DOSIS heraus. Im Wintersemester 2026/27 startet wahrscheinlich wieder ein Anfängerkurs.
Die Anmeldung findet über DOSIS ( -> Wahllistenanmeldung -> WS/SS: 2. Abschnitt HM: Übergreifende Einschreibung -> Veranstaltungen am UKJ -> € VLZeit) statt. Die genauen Informationen zur Einschreibung/Anmeldung erhaltet ihr ein paar Wochen vor Vorlesungsbeginn per Mail über euren Jahrgangsverteiler. Zudem werden die Informationen auch auf der Facebook-Seite der Fachschaft gepostet.
Kosten
Die Kursgebühr beträgt 50€ – 60€ pro Teilnehmer. Der Förderverein der Fachschaft fördert die Kurse, wodurch ihr nicht die vollen Kosten zahlen müsst.
Zertifikat und Anrechnung im Studium
Sofern ihr an 85% der Veranstaltungen (also mindestens 9 von 10 Terminen) teilgenommen habt, bekommt ihr ein tolles Teilnehmerzertifikat durch den Dozenten. Wenn ihr es bis zum DGS IV Kurs geschafft habt, gebärdet ihr auf Sprachniveau A1.
Ab dem 6. Semester könnt ihr euch für die Linien AoM und KoM C-Punkte anrechnen lassen.
Da es in diesem Fach keine Prüfung gibt, wird dieser Kurs leider nicht als Wahlpflichtfach in der Vorklinik angerechnet.
Noch Fragen?
Wenn ihr noch Fragen habt, wendet Euch gerne an fachschaftsrat@med.uni-jena.de.
